Alles Gender, oder was?

Ich bin genervt. Total. Als ob sich nicht schon genug Leute in die Erziehung deiner eigenen Kinder einmischen würden.. Nein, da wird man doch glatt aus den eigenen Reihen auch noch in diese akkuraten, vorurteilbelastenden und völlig kompromisslose Schubladen gesteckt.

Es tut mir leid

Es tut mir leid, aber den Mist mach ich echt nicht mit. Ja, natürlich habe auch ich gewisse Vorurteile, das ist auch ganz normal und diese hat jeder. Wer meint, dieser Kelch sei an ihm vorüber gegangen, möge die erste Windel schmeißen.

Regel 1 von siebenhundertvierundvierzig

Ich habe das Gefühl, das mit jedem Jahrzehnt, was so in’s Land zieht, neue, mega überlebenswichtige und absolut unfehlbare Richtlinien für das Thema Kindererziehung gibt.

In dem einen Jahr wird dir die Bauchlage für Babys empfohlen, mit absolut logischen und nachvollziehbaren Argumenten und in dem nächsten dann plötzlich die Rückenlage, mit noch viel logischeren Argumenten und Beweisbilder, zahlreicher Studien. Im Babyladen kannst du dir entweder eine Matratze für 50€ mit Krebserregern kaufen, oder eine für 250€ die eine eingebaute Alarmanlage, ähm Atemüberwachungsmatte mit drin hat.

Im Klartext heißt es doch soviel wie: Entweder sind sie verantwortungsbewusst und lieben ihr Baby, oder sie sind der absolute Abschaum und sollten von der Klippe springen.

Das Ganze zieht sich wie ein roter Faden durch alle Sparten. Von Klamotten die von kleinen, einäugigen und hungernden Kindern in den dunkelsten Höhlen von Marrokko geknöppelt werden, bis hin zu Babybetten, die man jetzt ja sowieso nicht mehr braucht, da sie erst mit 16 ins eigene Zimmer einziehen soll. Das es auch dazu passende Studien gibt, brauch ich jetzt natürlich nicht nochmal erwähnen.

Als ob es nicht schon genug dusselige Schubladen für uns Mütter gibt, kommt immer wieder eine neue dazu.  Ja richtig, ihr konntet es schon aus der Überschrift entnehmen.

Schubalde auf. Gender. Schublade zu.

Bei dem Wort Gender bekomme ich eine Gänsehaut und meine Zehennägel kräuseln sich, bis zu den Achselhaaren. Emanzipation schön und gut, aber was denn noch? Was kommt als nächstes? Werden nun grundlegend alle geschlechtsspezifischen Farben aus der Welt verbannt? Wird aus dem beknackten Schwarz/Weiß Denken nun eine Reihe aus Antrazieht-Farbabstufungen? Oder stecken wir bald unsere Jungs bewusst in rosane Tüllkleider, damit sie den weiblichen Menschen gegenüber freundlicher gesinnt sind?

Leute, versteht mich bitte nicht falsch, ich finde es wirklich gut, wenn man sich mit gewissen Themen näher beschäftigt. Nichtsdestotrotz empfinde ich einige Richtungen einfach zu extrem. Sei es die Antiautoritäre Erziehung, über die mittlerweile jeder lästert und für unangebracht empfindet, oder nun halt diese Gender-Sache.Wenn mein Sohn auf rosane Schuhe bestehen würde, würde ich sie ihm kaufen und ja, auch wenn meine Tochter mit Cap und Baggypants rumlaufen möchte, kann sie das tun. Mir ist es völlig Furzbanane ob sie mit Autos oder Barbies spielt. Alle Kinder können mit allem spielen, so wie alle Erwachsene ihre Hobbys ebenso eigenständig aussuchen dürfen, egal ob Herrenballette oder eine Damen-Poker-Runde. Es interessiert mich NICHT DIE BOHNE!! Und das geht nicht nur mir so! Die meisten haben doch schon ein so offenes Weltbild, warum also alles überspitzen??? Die Deppen die sich dem entgegen stellen hat man immer und überall. Lasst uns diese Idioten doch einfach nicht beachten und gut ist. Geben wir denen doch nicht unnötiges Futter um gegen die „modernen Menschen“ gegen an zu sabbeln.

Respekt

Jeder kann sein Kind doch so erziehen wie er will. Die wichtigsten Punkte die wir ihnen mitgeben sollten sind nicht irgendwelche geschlechtsspezifischen Richtlinien, an die sie sich halten sollten, sondern das ALLES möglich ist. Egal ob Mann oder Frau. Das ist doch auch das Gender Grundprinzip. Hauptsache wir begegnen uns alle mit dem nötigen Respekt.

Ich bin stolz darauf, das meine Kinder in einer Generation aufwachsen, in der Mann oder Frau, alles schaffen können. In der es möglich ist, auch als homosexuelles Paar zu heiraten und Kinder zu adoptieren. In der Begriffe wie Transexuelle und Transgender völlig normal sind und – vorallem deswegen – in der diese Begriffe niemanden mehr die Augenbrauen hochschnellen lässt. Respekt und Liebe für ALLE.

Respekt.. was genau ich damit meine? Na ich respektiere diejenigen, die meinen, ihrem Kind nichts vorschreiben zu müssen, es jedoch doch irgendwie tun, indem sie es geschlechterlos ansprechen. Dadurch geben sie ihm doch auch eine Richtung vor! DU bist DU und kein Mann oder Frau. Man muss doch wissen WAS man ist, um rauszufinden WER man ist. Genau deswegen gibt es doch diese ganzen Transgender-Menschen! Sie merken, das sie ein anderes Geschlecht sind, als das was sie körperlich vorzeigen. Es wär ihnen nicht besser ergangen, hätte man sie von vornherein geschlechterlos angesprochen (bewusst wähle ich dieses Beispiel) . Sie kamen trotzdem mit einem Penis zur Welt und fühlen sich unwohl, aufgrund dieser offensichtlichen Geschlechterbestimmung. Ich könnte hier jetzt hier echt Milliarden anderer Beispiele nennen, aber wich will es hier gar nicht zu tiefgründig werden lassen.

Ich wünsche mir einfach mehr Respekt.

Respektiert den MENSCHEN und nicht den Penis. So schwer kann das doch gar nicht sein?!

Dieses Mädchen gegen Jungs, Jungs gegen Mädchen Gehabe gehört in unser Leben dazu und es völlig okay, solange man sich auch hier mit Respekt begegnet!!! Lasst euch doch nicht verletzen durch Worte wie „Du wirfst wie ein Mädchen!“ Von Beginn unserer Menscheit an, gibt es nun mal zwei Lager. Männlein und Weiblein. Das ist völlig normal und auch gut so. Hört auf mit diesen ganzen unnötigen möchte gern Untergruppen. Es gibt Frauen, die haben manchmal mehr Eier in der Hose als ein Mann, sind trotzdem vom Transgender soviel entfernt wie wir grade vom Mond. ‚JEDER Mensch ist verschieden und doch sind wir alle gleich!‘ Diesen Satz habe ich nicht grade eben erfunden, diesen Satz gibt es auch schon ewig. Dafür brauchen wir kein Gender und nein wir brauchen auch nicht drei verschiedene Ausgaben von Mensch-Ärger-Dich-Nicht-Spielen, eins in rosa, eins in blau und eins neutral in bunt, um die Welt zu verbessern. Lassen wir sie dadurch aber auch nicht verschlechtern.

Statt immer nur neue Schubladen zu erfinden, sollten wir sie alle einfach mal über Nacht offen lassen, und gucken was passiert.

 

In diesem Sinne,

alles Liebe von mir, der burschikosen Sandy, die auch mal ein Kleid trägt, oder wie ein Zombie rumläuft. Ich entscheide völlig frei, danke.

***Nachtrag: Ich hoffe sehr, dass ihr mich hier richtig versteht. Ich möchte niemanden auf den Schlips (oder Rock) treten, ich äußere hier lediglich meine Meinung.***

6 Gedanken zu „Alles Gender, oder was?

  • April 4, 2016 um 19:05
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    Du kommst mir zuvor, um das Thema sollte sich auch mein nächster Blogpost drehen. 😉
    Ich sehe das ähnlich. Es geht um alles können egal welches Geschlecht und nicht um Geschlechtsverweigerung…

    VG! 😉

    Antwort
  • Mai 9, 2016 um 7:42
    Permalink

    Hallo, bin über deinen Post zur Blogfamilia auf deinen Blog gekommen und hab dann diesen Beitrag hier entdeckt. Natürlich darf jede_r beim Thema Gender zu unterschiedlichen Einschätzungen kommen, in deinem Text sind aber leider einige Fehler. So ist es homosexuellen Paaren in Deutschland leider noch immer nicht erlaubt zu heiraten und Kinder zu adoptieren. Und trans* wird leider gesellschaftlich nicht als „völlig normal“ betrachtet, sondern gilt immer noch als Krankheit. Trans* hat auch in den meisten Fällen nicht damit zu tun, dass der eigene Penis oder die eigene Vagina als falsch empfunden wird, sondern eher, dass die Geschlechtsorgane – wie von dir – zur „offensichtlichen Geschlechterbestimmung“ herangezogen werden. Körper sind nicht falsch, falsch sind nur die Zuordnungen.
    Auch die Aussage „Von Beginn unserer Menscheit an, gibt es nun mal zwei Lager.“ gehört eher ins Programm von Mario Barth als dass sie etwas mit der Realität der Menschheitsgeschichte zu tun hat. „Mädchen gegen Jungs“ ist eine im Vergleich zur Menschheitsgeschichte eher junge Erfindung und es ist absurd, einfach so zu tun, als wäre das schon immer da.
    Nochmal: Natürlich ist es völlig ok, die eigenen Kinder nach den Kategorien Mädchen/Junge bzw. den heute damit assoziierten Farben/Eigenschaften/Schubladen zu behandeln, es ist nur falsch, so zu tun, als sei alles möglich und als gäbe es keine Einschränkungen für Menschen, die mit ihrem Geschlecht, ihrer geschlechtlichen Ausdrucksform oder ihrer Sexualität nicht der gesellschaftlichen konstruierten Norm entsprechen.
    Viele Grüße
    Jochen

    Antwort
    • Mai 9, 2016 um 13:46
      Permalink

      Hey Jochen, lieben, lieben Dank für deinen Kommentar! Ich weiß definitiv zu wenig über dieses Thema… Ich habe auf der Fahrt zur Blogfamilia auch schon ausgiebig mit Dani über dieses Thema gesprochen und muss gestehen, dass ich einige wichtige Fakten wirklich nicht wusste. Auch ich habe scheinbar noch veraltete Gedankengänge… 😉 Ich bezog das „stolz sein“ z.Bsp. auf den Vergleich gegenüber anderer Länder.

      Der Grund des Artikels war allerdings der, dass mir diese aufgezwungene Schubladendenkerei tierisch aufn Keks geht. Muss jeder Erziehungsstil einen bestimmten Namen haben? Oder können wir alle nicht einfach versuchen weltoffen zu erziehen?! Ja es gibt definitiv noch einiges zu tun, aber ich hatte das Gefühl, dass wir auf dem richtigen Weg sind….
      Nur bzgl der Gender-Erziehung:
      Ich halte eine Mutter, die ihr Kind bewusst geschlechtsneutral erzieht nicht für weltoffener, als jemand der seiner Tochter eine pinke Barbie schenkt. Sofern der Barbiekäufer sein Kind nicht bewusst in diese „pink weil Mädchen Ecke“ drängt.

      Vielleicht quatschen wir mal beim nächsten Treffen 😉

      Ich dank dir für deine Infos und hoffe du verstehst worum es mir ging!
      Leider traute sich sonst kaum einer sich hier mal zu positionieren.. 🙂
      Liebe Grüße!

      Antwort
      • Mai 10, 2016 um 8:44
        Permalink

        Danke für deine Antwort.
        Ich würde dir in dem Punkt zur Gender-Erziehung in deiner Antwort völlig zustimmen. Ich glaube, dass es sowas wie „geschlechtsneutral“ auch gar nicht geben kann, weil niemand bei dem Thema „neutral“ ist. Mir ist vor allem ne Reflexion über das Thema wichtig.
        Und ja, persönlich zu quatschen ist auf jeden Fall netter. Gerne beim nächsten Mal.
        Liebe Grüße aus Berlin!

        Antwort

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