Elternrat – Klischees

 

Der Sommer geht zu Ende, der Herbst steht vor der Tür und so langsam kühlen die Temperaturen ab. Draußen zumindest. Denn jetzt, wo der Herbst da ist, brodelt es in sämtlichen KiTa’s und Schulen. Wer in den üblichen Social Media Kanälen vertreten ist, durfte meist schon live dabei sein, wenn es um DAS Herbst Thema aller Eltern ging.

Elternrats-Wahlen

Keiner will es freiwillig sein, alle werden sie gezwungen und überhaupt ist alles so unheimlich schrecklich und gemein auf den Elternabenden.

Ganz ehrlich? Das ist doch totaler Blödsinn! Hört doch einfach mal auf mit dem Getue und steht dazu! Wofür müsste man sich denn bitte schämen, wenn man sich freiwillig wählen lässt?

  • Für das Interesse an der KiTA/ der Schule, in der dein eigenes Kind geht?
  • Für das Interesse AN deinem Kind?
  • Für deine Hilfsbereitschaft?
  • Für dein Organisationstalent?

In den genannten Punkten sehe ich nicht einen einzigen Hinweis auf einen Grund sich schämen zu müssen. Ganz im Gegenteil!!! Immerhin engagieren wir uns so gut wir eben können und unterstützen die Menschen, die sich um unsere Kinder kümmern!  Ja ihr hört richtig „wir“. Ich habe mich nämlich wählen lassen. Schon wieder. Ich mache den Spaß nun zum vierten Mal in Folge und würde es immer wieder machen. Dieses Jahr bin ich sogar Elternvertreterin in der KiTa und (!) zum ersten mal auch in der Schule. Ich will hier keinen Applaus hören, sondern nur sagen: Es geht. Es ist machbar. Auch wenn man Halbtags arbeitet (oder auch Vollzeit!). Man arbeitet sich nicht tot, erst Recht nicht wenn das Team um einen herum stimmt.

Natürlich muss man gewissen Mumm haben und hinter seiner Meinung stehen können. Bisher hatte dieses „Amt“ übrigens ausschließlich Vorteile für mich und meine Kinder. Daher würde ich jedem empfehlen, der sich bislang nicht getraut hat, sich mal wählen zu lassen. Grade die, die am meisten rummotzen und immer nur am Aufzählen sind, was ihnen nicht passt, die hätten so viele Möglichkeiten! Geht doch hin, zur Leitung, motzt da und bringt gleich Lösungsvorschläge mit oder kreative und (vor allem)  konstruktive Ideen! Hört mal zu wie es richtig abläuft und was hinter gewissen Entscheidungen der Leitung steht!

Elternrat Klischees

Kommt, wir haben sie doch alle. Vorurteile. Ihr habt von mir doch nun auch ein gewisses Bild im Kopf. Es sind doch immer die gleichen Typen die sich wählen lassen. Der Elternrat des Grauens besteht aus folgenden – voller Klischees bestückten – Typen:

  1. Die engagierte Hausfrau
  2. Die Karriere-Mutti
  3. Der „Naguuuuut, dann mach ich das halt“ -Typ
  4. und der „Hauptsache ich bin im Elternrat, aber sonst mach ich nix“ Typ
  5. Die „Normalos“

 

Die engagierte Hausfrau

Die engagierte Hausfrau wohnt in einem großen Haus mit Garten, hat mindestens zwei Kinder und einen Hund. Ihre Hobbys sind Nähen, Kochen  und auf Putzpartys gehen. Da sie ihren Haushalt mit links schmeißt, hat sie genügend Zeit sich im Elternrat um die aufwendigen Dinge zu kümmern. Möchte jemand ein Stück selbst gebackenen Bio-Apfelkuchen mit Stevia? Dann speichert euch ihre Nummer auf der Kurzwahltaste ;o)

 

Die Karriere Mutti

Der Karriere Mutti rollen sich bereits jetzt die Fußnägel hoch, denn das Wort „Mutti“ beleidigt sie schon. Sie haben meist nur ein Kind und sind wahre Helden der Excell Tabellen. Daher haben sie noch vor dem ersten Elternratstreffen einen Email-Verteiler eingerichtet und schon mal die Bilanzen des KiGas / der Schule überprüft. Info-Blätter für die anderen Eltern werden im übrigen im Büro über den Firmen-Drucker ausgedruckt und für große Feiern werden  sehr bekannte Sponsoren natürlich mit links klar gemacht. Diese Person könnt ihr gern eure Hilfe anbieten, sie wird sie konsequent (dankend) ablehnen. Selbst ist die Frau ;o)

 

Der „Nagut, dann mach ich es halt“ Typ

Dieser Typ, egal ob Mutter oder Vater, ist immer in so einer Runde vertreten und entpuppt sich manchmal als unheimlich wichtig. Denn wenn die anderen zu „busy“ sind ist er da. Er hilft wo er kann, übernimmt sich nicht wirklich, ist aber immer mit bei den Treffen und in jedem Falle engagierter als solche Pappnasen wie der folgende Typ.

„Hauptsache ich bin im Elternrat“-Typ

hier ist nur eins wichtig: Gewählt zu werden. Immerhin hat man dann einen Titel und vielleicht hängt die ein oder andere KiTa ja sogar ein Foto MIT dem Namen auf. Schon lässt sich dieser Typ nur noch Siezen und erzählt in der Familie und bei seinen engsten Freunden, dass er im Elternrat sei und das dies ja so unheimlich anstrengend ist. Er käme zu nichts und ohne ihn würde die KiTa / die Schule untergehen. Komisch nur, das ihn kaum einer kennt, denn dieser Typ lässt sich grundsätzlich nicht bei den Treffen blicken. Dazu ist er ja viel zu beschäftigt und das bringt ja alles eh nichts!

Und dann haben wir noch die

„Normalos“

Die „Normalos“ sind Eltern wie du und ich. Ohne sich profilieren zu wollen lassen sie sich in den Elternrat wählen. Einfach aus Interesse an ihrem Kind. Ach verrückt, das gibt es? Ja, doch.. es ist leider seltener geworden, so scheint es zumindest.

Sie engagieren sich so gut es eben geht und nehmen eigentlich an allen Treffen teil. Manchmal lassen sie sich sogar zum Oberhaupt der Runde wählen, übernehmen sich meist damit etwas, da sie eben ganz normal sind und keine mega Organisationstalente. Aber sie machen es und helfen wo sie können.

Ihr wisst, dies sind alles die extremen Beispiele, aber grade in der KiTa habe ich diese Typen wirklich zu genüge kennengelernt. Ich bin übrigens bisher positiv vom Schul-Elternrat überrascht. Alle durchweg sympathisch, scheinen kompetent und alle samt engagiert! Ich hoffe das es so bleibt, denn dann würde das Amt gleich doppelt Spaß machen! Natürlich steht und fällt all sowas auch immer mit der jeweiligen Leitung, das ist mir klar! Grade deswegen finde ich es aber auch so wichtig, dass man sich als Eltern FÜR seine Kinder einsetzt!

Kein Bock

Trotzdem möchte ich hier nochmal betonen das ich NIEMANDEN verurteile, der sich bewusst NICHT wählen lässt! Wenn man darauf kein Bock hat, hat man darauf keinen Bock. Fertig aus. Jeder hat Phasen im Leben die einen mehr als genug fordern und man muss sich dann nicht noch mit solchen Dingen belasten! Aber bitte, beschwert euch dann nicht!

Wie seht ihr dieses Thema? Ist bei euch die Teilnahme an Elternabende auch so gering wie bei uns in der Schule grade? Woran könnte das liegen? Haben wirklich alle derjenigen die bewusst nicht kommen kein Inzteresse an ihrem Kind? Das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen….

Ich bin gespannt was ihr so für Erfahrungen gemacht habt und freue mich wie immer über eure Kommentare!

 

Liebe Grüße,

Ihre Elternratsvertreterin ;o) hehehe

 

10 Gedanken zu „Elternrat – Klischees

  • Oktober 11, 2016 um 21:43
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    Ich habe das jetzt 5 Jahre in der Kita durch: Elternsprecher, Elternratsvorsitzender der Kita & Gemeinde-Elternratsvirsitzender. Meistens hat die Aufgabe Spass gemacht. Bis man andere Eltern um Unterstützung gebeten hat. Alle buisy, keine Zeit oder einfach eine Scheiss-egal-Haltung. Selbst bei so Themen wie Mittagsverpflegung. Wenigstens beim Thema Gebührenerhöhung kam so etwas wie Zusammenarbeit auf… naja egal. Ich hab’s gern gemacht. Als ich dann aber in der Schule 1. Klasse mit dem Verweis auf die vorangegangene Tätigkeit auf eine verdiente Pause hinwies und mich nicht zur Wahl stellte, kam tatsächlich so etwas wie Empörung auf. Man hat ja fest darauf gebaut! Fragt mich in der 5. Klasse nochmal! Und ja, es lohnt sich, sich zu engagieren!

    Antwort
    • Oktober 11, 2016 um 22:04
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      Dann haste deine „Arbeit“ wohl richtig, richtig gut gemacht.:) So gut, dass sich die Anderen schon daran gewöhnt haben, dass DU dich um alles kümmerst und den Überblick behälst 😉 Du hast dir also völlig zu Recht mal ’ne Pause verdient! Jetzt werden die Anderen mal merken was dahinter steckt!

      Liebe Grüße und Danke für deinen Kommentar <3

      Antwort
  • Oktober 11, 2016 um 22:30
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    Hallöchen,
    also mein Krümelmonster geht jetzt seit fast einem Jahr in die Kita und kam erst dazu, als die Wahlen schon rum waren. Meine Mutter hat sich jedes Jahr aufstellen lassen. Ja, richtig gelesen: JEDES Jahr! Und sie wurde auch JEDES Jahr gewählt. Sie war eben engagiert, backte köstliche Kuchen, kann schon von Berufswegen und als 4-fach Mama gut mit Kindern und ist ein Organisationstalent. Für mich ist sie, nicht nur in diesem Fall, ein leuchtendes Beispiel. Vor zwei Wochen hätten unsere Wahl stattfinden sollen. Da jedoch so viele Eltern an jenem Tag nicht konnten, wird die Wahl nun online stattfinden. Und jetzt ratet mal, wer sich hat aufstellen lassen. Richtig, die Gunzlinger Mum :). Da den Job außer meiner Freundin und mir eh keiner machen will, werden wir wohl beide automatisch gewählt und ich freu mich tatsächlich auf den „Job“. Ich backe auch so gerne mal etwas für die Kita, bringe mal ein paar benötigte Sachen mit etc. Da kann ich das auch ganz offiziell machen. (und natürlich noch ein paar andere Sachen). Ich finde die Möglichkeit als Elternbeirat zu fungieren super und freue mich ehrlich, dass du dich da so engagierst.
    Liebe Grüße vom Krümelmonster und der Gunzlinger Mum 🙂

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    • Oktober 12, 2016 um 14:34
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      Lieben Dank für deinen Kommentar <3 Ganz genau mein Reden, wenn ich es eh schon mach, dann kann ich es auch gleich offiziell machen 😉 Schön das es solche Leute gibt und meinen vollen Respekt an deine Ma!
      Ganz herzliche Grüße,
      Sandy

      Antwort
  • Oktober 12, 2016 um 7:24
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    Top Artikel, der mich sehr zum Schmunzeln brachte. Eine ganz wichtige Art fehlt meiner Sicht aber, die „Vorstands/Geschäftsführerfrau“ die leider über keine anderen Hobbys verfügt und deren Haushalt und Kinder immer fremdbetreut werden, damit sie sich dem Ehrenamt zuwenden kann.

    Lg
    Dominik

    Antwort
    • Oktober 12, 2016 um 14:31
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      Stiiiimmt! Dominik, wie konnte ich diesen Typ nur vergessen?? 😉
      Danke für deinen Hinweis *hehehe
      Liebe Grüße zurück, Sandy

      Antwort
  • Oktober 14, 2016 um 20:38
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    Ich gehöre auch zu der Sorte, die sich eigentlich immer um solche Ämter drückt. Ich wollte nie Klassensprecher, Schulsprecher oder jetzt Elternvertreterin werden. Dieses Jahr habe ich mich aus Pflichtbewusstsein zur Elternvertreterin aufstellen lassen, weil in unserer Kita immer nur mit Ach und Krach überhaupt jemand gefunden wurde. Und die, die es letztes Jahr machten, wollten es gern einmal abgeben. Da hab ich mal good will gezeigt. Und schwups bin ich drin. Wir sind aber eine nette Truppe und ich denke, wir werden das schon gut machen und dabei auch Spaß haben. Das versöhnt mich mit diesem mir unliebsamen Posten. Und ja, es ist für unsere Kinder. Bevor es also niemand macht, da mach ich doch lieber diesen unliebsamen Job selber mal mit.:-D

    Antwort
    • Oktober 14, 2016 um 20:41
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      Find ich total klasse! Schön das du dich dazu bereit erklärst! Denn genau aus dem Grund machen es „die Normalos“ doch 😉 Nein im Ernst, natürlich kommt es auch immer aufs Team mit an und auch auf die Leitung, aber im besten Falle macht es einem sogar Spaß 🙂 wart mal ab *hehehe
      LG Sandy

      Antwort
  • Oktober 24, 2016 um 16:24
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    Ich stimme dir voll und ganz zu, vor allem bei dem Punkt mit den motzenden Eltern. Nur motzen, sich aber nie kümmern oder mal das Gespräch suchen… Die Eltern habe ich echt gefressen. Sicher passt mir auch nicht immer alles, aber im Gespräch habe ich zumindest oft verstanden, WARUM etwas so gehandhabt wird, wie es gehandhabt wird. Und einige Änderungen konnten wir als Elternbeirat in Kindergarten und Schule natürlich schon auch ändern oder zumindest beeinflussen.
    Auch wenn der Job schon Zeit kostet und es immer wieder nervige Dinge gibt – ich mache ihn immer wieder gerne, aus den gleichen Gründen wie du und ihr!

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  • Oktober 25, 2016 um 10:05
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    juhu.. oooooh ich liebe deinen text bzgl. des elternrats. so isses bei uns auch. wobei ich ja aktiv tätig bin und echt gerne mit im boot bin. wenn ich dann jedoch andere höre, die man mal fragt, ob sie (weil papa und bär von mann) beim aufbau unseres basars helfen können, nur antworten: „nee da kann ich nicht, da liege ich faul auf der couch!“ (und nein, es war keine ironie!) fällt mir alles aus dem gesicht. das sind dann aber die, die gerne alles neu angeschafft hätten, etc. sowas kann ich einfach nicht nachvollziehen. und nein, ich bin keine überengagierte mutter. ich mache es einfach gerne für mein kind und die einrichtung die sie (bis ende der kitazeit) insgesamt 5 jahre besucht. von städtischer seite können eben manche dinge nicht angeschafft werden, also arbeiten EA und FV hand in hand und so konnten wir schon super viel erreichen. ich finds einfach toll. könnte mich ewig darüber auslassen. *haha* heute abend finden die neuen wahlen statt und ja, ich lasse mich wieder aufstellen. und da es dieses jahr eine sehr geringe beteilung gibt, geht das eigentlich schon klar. 😉 auf ein neues und erfolgreiches jahr im EA. 🙂

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