Famielienzwang an Weihnachten

Wihnachtsbaum2015

Wer kennt es nicht?!

Natürlich lädst du auch noch Tante Inge zum Kaffee und Kuchen mit ein, auch wenn du sie nicht leiden kannst und um jeden froh bist, der absagt. Denn deine Bude platz so schon fast aus allen Nähten. Und wirklich Lust mal eben 25 Leute zu verköstigen, haste eigentlich auch nicht.

Man macht es ja trotzdem, damit keine Streitereien aufkommen und weil man es irgendwo doch auch ein wenig genießt. Oder? … ODER??

Wenn du dann auch noch selbst Kinder hast, grade wenn sie noch klein sind, dann freust du ich ja auch wirklich mit auf die Feiertage. Diese strahlenden Kinderaugen, so kitschig es sich auch anhört, sind einfach unbezahlbar. Jedes Jahr aufs neue nimmt man sich vor, entspannt an die Feiertage ranzugehen. Es besinnlich und ruhig zu gestalten und die Zeit einfach zu genießen.

Tja, aber wer genießt denn da überhaupt???

Bei uns lief es wie folgt:

Heiligabend:

Weihnachtsmann

Mein Daddy hat Geburtstag und deswegen sind meine Kids samt Mann um 10 Uhr losgedüst zu meinen Eltern. Bisschen Geburtstag feiern und ich hab die Bude leer, um alles vorzubereiten. Später kamen dann meine Eltern mit meiner Oma. Die Kaffeetafel war gedeckt, der Kuchen fast noch warm und kaum saßen wir am Tisch, da klingelte auch schon der Weihnachtsmann bei uns. Die Kids sind natürlich völlig aufgeregt und absolut überfordert mit der Gesamtsituation. Die Reizüberflutung nimmt nach dem Auspacken der (trotz guter Organisation meinerseits) zu vielen Geschenke natürlich nicht ab und sobald das gemeinsame Essen dann überstanden ist, wird noch ordentlich gespielt.

Irgendwann, wenn die Kids völlig übermüdet sind, zischt der Besuch ab. Wir haben versucht die Kids, die wie aufgedrehte HB Männchen noch rumflitzten, ins Bett zu bringen. Ich stieg mittendrin aus, da ich gern noch am selben Tag das Hauptchaos beseitigt haben wollte. Also tänzelte ich zwischen den Legosteinen und den Anna und Elsa Puzzelteilen im Wohnzimmer herum und versuchte aufzuräumen.

Küchenchaos

1.Weihnachtstag

Weihnachtsdeko

Wie seit gefühlt 150Jahren gibts immer am 1. Weihnachtstag bei meiner Mutter Pute mit Rotkohl und Kartoffeln. Da aber auch dort noch Geschenke verteilt werden sollten, waren wir bereits gegen 11 Uhr dort. Meine Schwester mit ihrer Familie (auch zwei Kids) trudelte zeitgleich mit uns ein. Dort hatte tatsächlich der Weihnachtsmann auch noch Geschenke hinterlegt. Verrückte Welt. Also wurde dort auch nochmal ordentlich ausgepackt und statt je ein geplantes Geschenk, gab es 3, da meine Eltern doch noch etwas gekauft hatten. Das „mußte“ einfach noch mit und dies noch und überhaupt…

*nicht ausrasten, nicht ausrasten, nicht ausrasten, nicht ausrasten, nicht..*

Es gab dann Mittagessen, die Kids spielten im Anschluß fleißig mit ihren neuen Sachen und bei unseren Kids merkte man nun auch deutlich die Nachwirkungen des Vortages. Kaffee und Kuchen hielten beide noch tapfer aus, aber danach flehte der Große uns an, ob wir nicht endlich nach Hause könnten. Er möchte so gern mit seinen neuen Spielsachen spielen. Das freute mich sehr, denn das  ist definitiv das beste Zeichen dafür, dass die Geschenke gut ankamen ;o) Tja, allerdings wird -obwohl ich mich sonst nicht sehr über meine Eltern beschweren kann- es tatsächlich meinem Sohn übel genommen, dass er vor dem eigentlich AUCH noch geplanten Abendbrot nach Hause möchte. Meine Mutter überlegte ernsthaft, ob es eventuell daran liegen könne, das sein Cousin 2 Geschenke hatte, die vom Umfang her „größer“ waren, als seine.

Er ist einfach nur ein Kind.

Verdammte Axt nochmal. Bin ich da jetzt so anders, oder stell ich mich an? Er ist einfach nur ein Kind, was sich über seine Geschenke freut und – ooooooh Wunder – auch damit spielen möchte! Zudem darf man nicht vergessen, waren wir seit elf Uhr dort und als wir uns dann verabschiedeten (und meine Schwester auch noch zum Großen sagte, sie sei „sehr enttäuscht, dass er nun schon ginge!“) war es bereits fast fünf Uhr nachmittags.

Aaaaaaaaaaaaaaarrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrghhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh

2. Weihnachtstag

Völlerei die dritte... Heute nochmal etwas abhetzen, aber dann können wir den Tag bestimmt schön ausklingen lassen und ab morgen dann richtig entspannen! Habt ihr auch 3 Tage volle Familien Power? #Familie #Weihnachtsessen #raclette #abnehmenwarnochniesoeinfachzuignorieren

Zum Mittagessen kamen die Schwiegereltern zu uns. Am Nachmittag waren wir bei meiner Schwägerin zum Kaffee und Kuchen eingeladen, worauf wir uns alle wirklich schon freuten. Das Vortreffen hatten wir dieses mal auch nur organisiert, da es von den Schwiegereltern die alte Playmobil Ritterburg und das Playmobil Puppenhaus für die Kids gab. Mit denen haben bereits ihr Vater und ihre Tante schon gespielt. Total cool. So gut erhalten und sooooo viel Zubehör. Wahnsinn. Die Lütte war und ist total entzückt und spielt damit wirklich schön. Endlich auch mal alleine. So konnten die Kids immerhin diese Geschenke etwas genießen, bevor es dann zum Kaffee und Kuchen ging. Dort war es herrlich entspannt und die Kids spielten mit ihrem größeren Cousin, wir Erwachsenen haben einfach nur gequatscht und zum Abend hin wollte der große dann auch schnell wieder nach Hause, da er unbedingt noch ein bis fünfundsiebzig Runden mit seinem Mini-Millienium Falken (Achtung StarWars! ;o) ) umherdüsen musste. Ganz klar, das man so einem Bedürfnis  umgehend nachgehen muss. Hier wurde das etwas vorgezogene Abdüsen unsererseits weder blöd kommentiert, noch sonst irgendwie beurteilt. DANKE.

Jetzt kehrt endlich Ruhe ein und ich frage mich, wie wir es nächstes Jahr besser machen können. Heiligabend alleine? Dann wären trotzdem noch Tag 1 bei meinen Eltern angesagt. Vielleicht dort nur zum Kaffee auftauchen? Meine Schwiegereltern sind zum Glück echt super entspannt was solche Feiertagsveranstaltungen angeht, allerdings würden wir uns auch gern zeitnah mit ihnen treffen wollen, für die Geschenkübergabe. Vielleicht einen Tag pausieren und sich dann bei uns zum Kaffee und Kuchen treffen. Mal sehen.. so wie dieses Jahr möchte ich es jedenfalls nicht nochmal haben. Es war zwar auch irgendwie klar, aber man fügt sich einfach diesem Druck an den Feiertagen. An dem und dem Tag muss das und das passieren, weil „man“ es halt so macht.

Vielleicht bin ich dieses Jahr auch einfach zu zickig? Wer weiß…

Ich komm mit meiner Familie wirklich gut klar, ich liebe sie (und die Kids lieben ihre Großeltern über alles), keine Frage. Aber in gewissen Dingen sind sie doch sehr festgefahren. Wahrscheinlich ärgere ich mich hier grade über mich mehr, als über meine Sippe ;o) Denn ich hätte es ja einfach anders machen können.

Wenn, ja wenn nicht dieser Familienzwang an Weihnachten wäre…

Wie war es denn bei Euch? Alles entspannt und besinnlich? Oder seid ihr auch eher leicht chaotisch und gestresst durch die Feiertage gekommen?

 

5 Gedanken zu „Famielienzwang an Weihnachten

  • Dezember 28, 2015 um 9:11
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    Für mich hört sich das nach unseren „Scheiß-Momenten“ als Weihnachts-Edition an 😉
    Wir wurden zum Glück ziemlich in Ruhe gelassen dieses Jahr. Zu meiner Schwiegermutter ist der Kontakt nicht so intensiv und meine Familie lebt 600km entfernt. Die haben sich erst für den 2. Weihnachtsfeiertag angemeldet und waren total entspannt…Glück gehabt würde ich sagen!

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    • Dezember 28, 2015 um 19:48
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      Ja, das trifft es ziemlich genau 😉 Nicht zum Nachmachen empfohlen … Aber ihr hattet ja wirklich Glück! Schön, wenn man so ein entspanntes Weihanchten verbringen durfte 😉
      Liebe Grüße,
      Sandy

      Antwort
  • Dezember 28, 2015 um 9:52
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    Bei uns wurden es gefühlt auch viel zuviel Geschenke fürs Kinder, da hätte ich mich auch besser mal mit der Familie absprechen sollen, obwohl von meiner Tante die „Bemerkung “ kam: also früher gab es viel weniger Geschenke für die Kinder,aber dennoch erwartet wurde das nun genau ihre Geschenke,die aus dem letzten Amerika Urlaub mitgebracht wurden,besonders hervorgehoben und Beachtung finden sollten.
    Meine Jungs wurden am Heiligabend auch mit dem geschmückten Tannenbaum überrascht und das war dann auch das erste was ihnen in besonderer Weise aufgefallen ist. Er wurde mit ahhhh und ohhhhh und der ist aber schön, betrachtet. Meiner füllte sich mit stolz und dann wurde noch ein Lied gesungen, aber dann wurde im Eiltempo ausgepackt,ausgepackt…..und ausgepackt.
    Eine Bemerkung kam noch , das man ja auch von2,5 jährigenund fast 5 jährigen ein Gedicht erwartet hätte…..aber ehrlich gesagt. …das kann ich auch im nächsten Jahr versuchen umzusetzen.
    Manchmal glaub ich das die Erwachsenen vergessen wie es als Kind war.

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    • Dezember 28, 2015 um 19:53
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      Hey Michi, ja das denk ich auch. Es wird scheinbar völlig vergessen und man erwartet „angemessenes“ Verhalten. Bei usn gab es dieses Jahr zur Abwechslung tatsächlich ein Gedicht. Von beiden Kids zusammen das „Lieber, guter Weihanchtsmann..“ Und das obwohl die Lütte ihm eigentlich einen Bauchtanz vortanzen und der Große O-Tannenbaum singen wollte. *lach.. Meine Oma brachte am 1. Tag dann noch den Kick und trug uns ein Gedicht aus Kriegszeiten vor. Von wegen mit weniger zufrieden geben und so. HA! Grade Sie ist diejenige, die noch 20 Sachen obendrauf packt und dann absolute Dankbarkeit erwartet. (Und ist selbst niht wirklich „zufrieden“, sondern meckert über jeden Pups…)
      Naja… Wie heißt es so schön? „Es kann nur besser werden!“ 😉
      Liebe Grüße,
      Sandy

      Antwort
  • Dezember 29, 2015 um 9:22
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    Oh jeeeee, jetzt kann ich deine Kommentare auf Instagram gut verstehen. Nur gut das es rum ist…
    Liebe Grüße Sandra von onlinetagebuchvonsandra.blogspot.com

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