Kinderlose Freunde

Achtung, wer das jetzt liest und beleidigt ist, hat selber Schuld ;o)
Schubladendenken und übertriebene Beispiele sind hier bewusst gewählt.

Kinderlose Freunde sind enorm wichtig für uns Eltern.
Sie sind unser Tor zur Außenwelt.
Unser lebender Erinnerungsbrunnen an eine vergangene Zeit, die wir nicht mehr missen möchten, aber uns auch irgendwie so gar nicht mehr vorstellen können.
Jedoch ist die Zusammenkunft nicht nur schwer zu timen, sondern manchesmal mit Kindern zusammen auch sehr anstrengend.

Im Grunde gibt es nur Zwei Arten von kinderlosen Freunden.

Art Nummer 1:
Die Einen, die zu Besuch kommen, uns Eltern normal und die Kinder kaum bis gar nicht begrüßen und sich dann am Tisch sitzend mit uns angeregt unterhalten (wollen). Dei Kids werden ab und zu von der Seite mal  schief angeguckt, aber nie angesprochen. Sie unterhalten sich somit ausschließlich mit dem Elternpaar und werfen dann und wann ein „ach wie süß“ in den Raum, sind allerdings sichtlich genervt von dem Lärmpegel und dem herrschenden Spielzeug Chaos um sie herum.
In genau solchen Momenten entstehen bei eben diesen Personen Sätze wie „Wenn ich mal Kinder habe, dann…!“.. ha, wenn DIE wüssten ;o)


Natürlich lassen sie sich oft ablenken durch die Unterbrechungen der Kids und finden auch sonst nur schwer wieder ins Gespräch. Wir Eltern werden schonmal pauschal nicht gefragt wie es uns so geht, da die Rollenverteilung ja klar scheint. Mann arbeitet ganztags, Frau in Teilzeit und somit auch eine Teilzeit-Mutter. Was kann Frau also schon so aufregendes erzählen? Immerhin mussten wir schon bei der letzten  Frage bezüglich des aktuellsten Kinofilmes passen, da wir kurzfristig überlegten, was nochmal ein Kino überhaupt war..
Das Interesse an der Entwicklung der Kids wird netterweise vorgespielt, allerdings wird dies auch schnell wieder bereut. Spätestens wenn wir Eltern ausführlichst über Themen wie Schulwahl oder Personalschlüssel in einer KiTa sprechen.
Mit Glück lassen sich diese Freunde nicht all zu sehr ablenken und kommen wenigstens manchmal dazu, über IHR Leben zu berichten (was für uns ja eigentlich schon eine Art Kino ist).
Man verabschiedet sich dann, früher als gedacht und hält schonmal das nächste Treffen fest, welches dann wahlweise nach
dem dreiwöchigem Malediven Aufenthalt des kinderlosen Paares //
der Woche Mallorca mit den Fussballkumpels des Singel Freundes // , oder
dem viermonatigem Neuseelandaufenthaltes der Singel Freundin
statt finden soll.



Dann gibt es ja aber noch die Zweite Art:
Die, die zu Besuch kommen und den Kids etwas mitbringen, oder ganz bewusst erst die Kids begrüßen und sich dann zu denen auf den Boden setzen.
Während man also gemeinsam mit der Brut auf dem Teppich hockend puzzelt, erzählt man sich von dem neusten Klatsch und Tratsch und versucht all die anrüchigen Themen mit kindgerechten Synoymen zu ersetzen. Zwischendurch wird natürlich auch mal am Tisch ein Kaffee geschlürft, aber der Besuch hat dann mindestens eins der Kids auf dem Schoß, oder an sich klebend.Auch hier kommt man natürlich kaum dazu, länger als fünf Minuten in ganzen Sätzen zu sprechen, allerdings macht das nichts, da der Besuch die Kids mit ins Bett bringt. Währendessen kann der eine Elternteil das „Erwachsene“ Abendbrot bereitstellen, inklusive Alkoholischer Getränke versteht sich. Nach der vierten gute-Nacht-Geschichte schaltet sich ein Elternteil dann auch mal ein, um das Ausnutzen des kinderlosen (und somit ahnungslosen) Menschen, von den Kids zu unterbinden.

Nachdem die Kinder viel zu spät eingeschlafen sind, reden sich die Eltern ein, das diese ja dann auch länger schlafen würden und quatschen sich mit dem Besuch tiefenentspannt den Mund fusselig, bis spät in die Nacht. Während das eine Kind schon fast wieder wach wird, verabschiedet sich der kinderlose Besuch und man verabredet direkt das nächste Treffen, welches dann auch zeitnah stattfindet.
Die Tür schließt sich, die Eltern räumen die alkoholischen und kohlehydratreichen Reste vom Wohnzimmertisch weg und torkeln halb BEtrunken und halb SCHLAFtrunkend hinauf ins Bett. Noch bevor die Tiefschlafphase der Eltern erreicht wird, meldet sich Kind1 mit einem fröhlichen „Ich bin waaaahaaaach!“ zu Wort und man beneidet plötzlich Jodie Foster’s Panic-Room…

Ja klar, ein klitze kleines Bisschen überspitzt erzählt… aber kommt, ihr kennt sie doch auch, diese kinderlosen Freunde, oder?
Hab ich was vergessen zu erwähnen? Wie läuft esbei Euch?

Ich freu mich über Eure Kommentare!
Alles Liebe,
Sandy

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