Plötzlich Mutter – Die Veränderung

Plötzlich Mutter – Die Veränderung

 

Die liebe Frida von 2kindchaos hat vor einer Weile zur Blogparade gerufen. Was sich mit Kind alles so geändert habe, wollte sie wissen. Also letztes Jahr um genau zu sein… Ja da guckt ihr! So ist das nun mal, wenn man Mutter ist 😉 aber damit wären wir schon mal bei einem  ganz wichtigen Punkt, der sich sowas von verändert:

ZEIT

Die Wahrnehmung der Zeit um genauer zu sein. Sprüche von den eigenen Eltern und Großeltern holen wir plötzlich aus der hintersten Ecke  hervor und aus unserem Mund ertönen Floskeln wie „Die Zeit rast an mir vorbei!“ , „Wo ist nur das Jahr geblieben?“ und so weiter und so fort. Doch statt uns für diese Sprüche zu schämen bemerken wir plötzlich, wie viel wahres darin steckt! Denn sind wir doch mal ehrlich:

Was verändert sich NICHT durch Kinder?

Es ist wirklich unfassbar, denn hier fällt mir nichts zu ein. Alles verändert sich irgendwie. ALLES. Man empfindet mehr Liebe als jemals zu vor in seinem Leben und man entwickelt so viele andere Gefühle das man quasi überrannt wird davon. Damit muss man als Mutter (als Vater natürlich auch, hier gehst aber primär um die Veränderung als Mama) überhaupt erstmal klar kommen.

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Ich versuch jetzt mal chronologisch aufzuzählen, WAS sich alles verändert hat, seitdem ich Mutter bin.

  1. Schlaf.
  2. Würgreflex
  3. Klamottenstil
  4. Kaufverhalten
  5. Eßverhalten
  6. Sozialverhalten
  7. Gefühlswelt

Kommen wir zum Thema Schlaf. Da brauche ich nicht viel erklären. Egal wie gut oder schlecht ein Kind schläft, man schläft plötzlich deutlich weniger als man es bräuchte. Sei es anfangs aus Angst das Kind könnte am plötzlichen Kindstod sterben, oder später, das man extra nochmal länger auf bleibt, damit man mal überhaupt Zeit für sich hat.. oder den Partner. Den gibt es ja im besten Falle auch noch.

Würgreflex.

Ganz ehrlich? Ich finde es immer noch ekelig die Kotze meiner Kinder weg zu machen, oder ab und an nochmal den Hintern abzuwischen, aber meine persönliche Würgreflex-Comfort-Zone ist tatsächlich deutlich gestiegen. Ich habe bereits halb verdauten Reis, der vom Hochbett in einem Gemisch mit Apfelsaftschorle ausgekotzt wurde ohne mit der Wimper zu zucken aufgewischt und den Teppich gesäubert. Auch als danach noch drei Durchfall-Furz-Fontänen ins Bett hinterher kamen, blieb ich locker und zauberte dem Kind eine neue Wohlfühloase in unserem Bett, damit ich in Ruhe seins putzen kann. Die erbrochenen Nudel-Reste in den Haaren meiner Tochter wenige Tage darauf haben mich dann schon  fast kalt gelassen. Kurz: Mich schockt sowas nicht mehr.

Klamottenstil

Eigentlich der Stil im Allgemeinen.. Auch da hatte ich schon mal bei einer Blogparade von 2kindchaos mitgemacht und euch ein paar Bildchen gezeigt. Zum einen sind meine Klamotten deutlich praktischer geworden, nicht das ich mich jetzt nur noch in Jogginghose und Kapuzenpulli bewege, aber ich gehöre halt zu den Müttern, die aktiv mit den Kindern spielen. Was heißen soll: Auf’m Spielplatz sitze ich mit in der Sandkiste (sofern dies noch gewünscht ist) oder Klettern mit der Lütten hoch auf den Turm, durchs Gebüsch und so weiter. Als ich Mutter wurde hielt ich meine Haare stehts kurz, also so Bob mäßig. Die Jahre zuvor hatte ich meist lange Haare, aber mit den Kindern war es wirklich praktisch kurze Haare zu haben. Jetzt sind sie aus dem „ich zieh an deinen Haaren“ Alter ja raus und genau deswegen hab ich mittlerweile wieder ganz schön lange Haare.

Kaufverhalten

Es ist wie es ist. Wenn ich einkaufen gehe, egal ob es Lebensmittel sind oder Klamotten, zu mindestens 85 % kaufe ich Sachen für meine Kinder ein. Das Lieblingsgemüse vom Großen, die Lieblings Naschis der Kleinen und eventuell nochmal etwas was ich auch ganz gerne esse. Bei den Klamotten würde ich sogar galtt auf 98% erhöhen, da es durchaus Tage gibt, wo ich im besten Falle mit einem neuen Schlüpper für mich aus dem Laden raus komm, während meine Kinder sich jeden Tag zwölfmal umziehen könnten..

Da sind wir auch schon beim Eßverhalten. Denn natürlich koch ich auch Sachen die ich gern esse, aber gewisse Lieblingsgerichte bleiben halt aus oder man kocht ein extra Menü für die Kids. Als ich noch kinderlos war wollte ich das NIE so machen. „Die sind doch alle bekloppt, sich so extrem nach dem Kind zu richten“. Jepp, tadaaaa hier ist sie, die Bekloppte. Übrigens gehen wir deswegen auch gern essen, jeder bekommt sein Lieblingsgericht und ich muss die Küche nicht aufräumen. Herrlich ;o)

 

Sozialverhalten

Oh man, hier verändert sich soooo vieles. Ich möchte ja gar nicht zu sentimental werden, aber Fakt ist: Mit Kindern gehen Freundschaften und es kommen neue dazu. Es ändert sich wirklich einiges und grade bei kinderlosen Freunden wird es dann umso schwerer den Kontakt zu halten. Darüber hatte ich auch schon mal mit einer gehörigen Portion Humor berichtet ;)

So oder so verändert sich einiges. Da kann man auch nicht immer viel beeinflussen. Man setzt seine Prioritäten neu und einige Ansichten, grade im Bereich Erziehung, führen zwangsläufig dazu für sich da die Konsequenz zu ziehen. Kann ich die Art und Weise meiner Freundin XY tolerieren, oder fällt es mir schwer, da es diese Art so extrem anders ist als meine? Und nicht nur das, nein auch schon das überhaupt mit Freunden rausgehen, sich treffen und quatschen, das allein wird manchmal auch schwer. Denn durch den ganzen Druck den man sich zum Teil selbst macht und zum anderen Teil auch von der Gesellschaft auferlegt bekommt, findet man manchmal gar keine Zeit mehr für SICH und seine eigenen Bedürfnisse. Abgesehen davon kommt hier Punkt 1, der Schlaf, auch wieder hervor. Denn wenn man abends endlich die Kids ins Bett gebracht hat, ist man meistens einfach nur müde und möchte sich entspannen.

Gefühlswelt

Da sind wir auch schon bei der krassesten Veränderung wie ich finde. Der Gefühlswelt. Denn nicht nur die absolute Liebe zu deinem Kind überwältigt dich, nein es verrückt plötzlich alles an Gefühlen in deinem Herzen was du kennst. Dinge wie Angst, Scham oder Freude bekommen eine neue Bedeutung. Dein Partner rutscht auf Platz Zwei (hey ein gesicherter Platz Zwei natürlich) und dein Kind, egal wie viele du noch bekommst, wird immer auf Platz EINS sein. Du machst dir plötzlich um Dinge Sorgen, an die du vorher nicht mal dachtest!

Die Tatsache das du vorhast das Haus mit dem Kind zu verlassen um spazieren zu gehen setzt dich schon total unter Druck: „Was zieh ich dem Kind an? Was wenn es Hunger hat? Pippi muss?“ Es ist wirklich ein schmaler Grat zwischen den Menschlichen Gefühlen und den Mütterlichen Gefühlen…Man lernt komplett neue Seiten an sich kennen und das ist nicht immer nur schlecht, es ist halt neu und man sollte damit lernen umzugehen!

Also wieder zurück zur Frage: Was hat sich nicht verändert?

Mir fällt noch immer nichts ein. Es ist alles mehr und besser geworden und definitiv erfüllter Es hat sich unheimlich viel verändert. Alles um genau zu sein.

Vor allem ICH. Ich hab mich verändert und ich mag diese Veränderung an mir.

Ich bin gerne Mutter.

 

 

 

Hab ich etwas elementar wichtiges an Veränderungen vergessen? Dann lasst es hören 🙂

Ich freue mich über eure Kommentare!

 

Liebste Grüße,

 

Sandy

 

2 Gedanken zu „Plötzlich Mutter – Die Veränderung

  • Januar 6, 2017 um 9:21
    Permalink

    Ein schicker Text, danke für’s Mitmachen und Reflektieren! Mein persönlicher Würgreflex bei Kotze hat sich übrigens nicht verändert, höchstens mein todesmutiger Umgang damit 😛

    Liebe Grüße, Frida

    Antwort
  • Januar 23, 2017 um 20:34
    Permalink

    Liebe Sandy,
    ich stimme Frida zu, der Würgereflex ist da. Ich ziehe mir nur so viel über, dass ich es irgendwie überstehe. HAHA. Ansonsten hat sich bei mir auch emotional einiges verändert. Auf der einen Seite bin ich härter geworden. Auf der anderen ängstlicher und weicher. Ich danke dir für deinen sympatischen Einblick. Es tut immer wieder gut so etwas zu lesen.

    Liebst Alina.

    Antwort

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