Achtsamkeit – Trend oder lebensnotwendig?

 

Achtsamkeit,

was bedeutet das überhaupt und wie wichtig ist es für einen? Ist es vielleicht einfach nur ein Trendwort und wird völlig überbewertet? Oder ist es tatsächlich wichtig, ja sogar lebensnotwendig? Diese Fragen musste ich mir stellen, nein genaugenommen wurden sie mir gestellt, und zwar von der lieben Bella von familieberlin.de .  Denn sie bat mich zu einem Interview zum Thema Burnout, welches ihr bald bei ihr lesen, äh hören könnt ( Link folgt).

Burnout

Vor knappen zwei Jahren hatte ich einen Burnout. Ich ging und gehe auch weiterhin damit offen um, denn es ist nichts, wofür man sich schämen muss. Ganz im Gegenteil, es ist sogar enorm wichtig, dass wir genau über solche Themen sprechen. Je offener man damit umgeht, desto normaler wird es für die Außenwelt und somit wächst auch die Akzeptanz!

Ebenso verhält es sich mit der Achtsamkeit. Bei einigen löst dieses Wort noch Augenrollen aus, oder es öffnet sich eine Schublade im Kopf, direkt neben der Öko-Achselhaar-Muddi, in die man dann die Person hinein schubst, die eben dieses Wort benutzt hat.

Vorurteile

Leider neigen wir dazu – und damit meine ich wirklich WIR ALLE – uns schnell in den Vorurteilen zu verlieren. Erzählt eine Mutter davon, dass sie sich bewusst für einen Kaiserschnitt entschieden hat, springt bei vielen direkt eine Schublade im großen Vorurteilsschrank auf. Nicht jeder Schrank ist gleich bestückt, es gibt durchaus unterschiedliche Schubladen, aber ein kleines Sortiment an 08/15 Klischees hat einfach jeder mitbekommen. Das heißt aber nicht, dass man daran nichts ändern kann! Man kann durchaus die Schublade umbenennen, oder mit einer anderen zusammenwerfen, oder sie natürlich komplett abbauen. Dazu benötigt man einfach nur etwas Zeit und Verstand.

Klingt fies? Ist auch so gemeint.

Denn, mag bei dem einen oder anderen das Wort Achtsamkeit in Verbindung mit Öko, Glucke oder Hippie gebracht werden, so sollten sich eben diese mal genau darüber belesen. Nehmt euch mal Zeit und macht euch schlau über die Bedeutung von Achtsamkeit.

 

Es ist nicht einfach nur ein Trend. Es ist lebensnotwendig!

Wikipedia sagt:

Achtsamkeit (mindfulness)
 Achtsamkeit (engl. mindfulness) kann als Form der Aufmerksamkeit im Zusammenhang mit einem besonderen Wahrnehmungs– und Bewusstseins­zustand verstanden werden, als spezielle Persönlichkeitseigenschaft sowie als Methode zur Verminderung von Leiden (im weitesten Sinne). Historisch betrachtet ist „Achtsamkeit“ vor allem in der buddhistischen Lehre und Meditations­praxis zu finden. Im westlichen Kulturkreis ist das Üben von „Achtsamkeit“ insbesondere durch den Einsatz im Rahmen verschiedener Psychotherapie­methoden bekannt geworden. Der Begriff Achtsamkeit wird außerdem im Rahmen der Care-Ethik für eine Praxis der Zuwendung verwendet.
Eine Methode zur Verminderung von Leiden?
Ist das nicht ein bisschen hochgegriffen? Ich sage NEIN! Hätte ich nämlich damals schon mehr auf mich geachtet, hätte ich vielleicht nie einen Zusammenbruch – einen Burnout – erlitten.

Achtsamkeit ist nichts anderes, als eine besondere Form von Aufmerksamkeit.

Ein klarer Bewusstseinszustand, der es einem erlaubt das Drumherum abzustellen und mal nur auf sich, sein Inneres zu hören. Ohne Vorurteile, ohne Druck.
Das verrückte daran, je mehr man auf sich hört, je bewusster man sich wahrnimmt, desto mehr reduzieren sich die gewohnheitsmäßigen und automatischen Reaktionen auf das Umfeld, auf das Hier und Jetzt. Das wiederum führt zu einem wirklich authentischem Handeln.
Was ich damit nun meine?
Na als Beispiel nehme ich jetzt mal mich selbst. Angenommen ich habe heute mal einen Kack-Tag und meine Laune sinkt. Wenn ich nun nach meiner Arbeit die Kinder abhole und nach Hause fahre, habe ich natürlich ein größeres Bedürfnis nach Ruhe und Entspannung als nach einem Supi-Tag. Statt mich nun dem Druck von außen (Kinder, Freunde & co) zu beugen, höre ich stattdessen auf mich.
„Möchte ich jetzt wirklich Spielverabredungen bei mir zu Hause haben? Oder möchte ich einfach nur Ruhe?“
Ich entscheide nun so, dass es für mich am entspanntesten ist. Das kann sein, dass somit nun die Kinder den kürzeren ziehen und wir keinen Besuch bekommen, oder es kann sein, dass ich den Besuch auf den Spielplatz verlager, weil es dort entspannter für mich ist, oder, oder, oder. Ich begründe diese Entscheidung auch ehrlich und offen, was ja nun der Inbegriff von Authentizität ist!
Was nun für den einen nach purem Egoismus klingt, oder sich für den anderen nach einem normalen Mutter- Alltag anhört, ist nur ein kleines Beispiel von Achtsamkeit. Ich habe auf mich und meine Bedürfnisse gehört.

Achtsamkeit, die gesunde und positive Form des Egoismus.

Denn letztendlich heißt es nichts weiter, als mehr auf sich zu hören/zu achten. Man muss nämlich nicht 24/7  der Erwartungshaltug von all den anderen entsprechen, weder von den eigenen Kindern, noch von Freunden, Famlie & co. Das heißt aber im Umkehrschluss nicht, dass man nun auf sein Umfeld pfeifen soll und nur noch nach seinen Bedürfnissen geht. Auch hier ist wieder eines ganz klar: Der gesunde Mittelweg. Jeder muss für sich (!) seinen Weg finden. Wer nicht auf sich hört, wird irgendwann krank. Jeder Mensch hat seine Grenzen, diese zu kennen ist Gold wert! Das habe ich mehr als deutlich zu spüren bekommen.

Durch den Burnout musste ich lernen, auf mich zu achten. Letztendlich hat genau das mir geholfen.

Was ich genau in meinem Alltag verändert habe und wie ich mehr auf mich achte, erzähle ich euch im nächsten Blogpost von mir. Falls ihr dazu gezielte Fragen habt, scheut euch nicht, sie mir zu stellen!

 

In diesem Sinne..

Achtet auf euch!

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