Gender, Toleranz und Liebe

Ich stolperte grade durch Zufall  über einen Post von Kimmi von Pottglück.
Hier geht es quasi um die „geschlechtliche Freiheit“ aller Kinder, das unvoreingenommene Erziehen,
kurz: Gender *. Ein toller Post den ich wirklich sehr empfehle, auchw enn ich etwas anderer Meinung bin! :o)

Bis vor zwei, drei Jahren war mir der Begriff „Gender“ gar nicht bekannt um ehrlich zu sein.
Mich klärte damals eine nette Mutter auf, die ich bei einem Eltern-Kind-Treff kennenlernte.
Sie erzog ihre zwei Kinder komplett nach Gender. Die Kids waren 1 und 3 und ich konnte damals optisch nicht erkennen, welches ‚biologische‘ geschlecht sie hatten. Ich kann mich leider an die Namen der Kids nicht erinnern, ich weiß nur, dass sie geschlechtsspezifische Namen hatten. Genau das – und einiges mehr – empfand ich schon damals als sehr widersprüchlich.

Eines Vorweg:
Es gab eine (kinderlose) Zeit, in der ich selbst voller Vorurteile z.Bsp. gegenüber „transgender Kinder“ war. ich konnte mir nicht vorstellen, wie sich überhaupt jemand in einem falschen Körper geboren fühlen kann, erst recht nicht, wenn dieser Jemand noch ein Kind ist.
Jetzt habe ich Kinder und beide wissen ganz genau WAS sie morgens anziehen wollen und was nicht.
Jetzt sehe ich das Ganze anders und kann mir durchaus vorstellen, das selbst schon ein 3 jähriges Kind weiß, ob es sich eher als Junge fühlt, oder nicht.

Grade deswegen, finde ich es äußerst wichtig, geschlechtsspezifisch zu erziehen. Damit meine ich aber NICHT, dass Mädchen das Putzen und Spülen lernen sollten und Jungs nur Fußball spielen und Autos reparieren müssen!
Vielmehr meine ich, ist es von enormer Wichtigkeit den Kindern ein klares ICH aufzeigen zu können.
ICH bin ein Mädchen/Junge. ICH habe eine/n Scheide/Penis.
ICH BIN WEDER BESSER, NOCH SCHLECHTER ALS DAS ANDERE GESCHLECHT !
ICH bin ICH und darüber definiere ich mich. Ob ich nun ein Mädchen bin was super gut Fußball spielt, oder ein Junge der unheimlich gut tanzen kann, das sollte Wurst sein. Da stimme ich mit der „Gender“-Erziehung überein.
Jedoch empfinde ich es nicht als „richtig“ sein Kind komplett „geschlechtsneutral“ zu erziehen.
Man kommt nunmal mit (i.d.R.) EINEM Geschlecht zur Welt. DAS ist FAKT.
Frauen und Männer unterscheiden sich nun mal biologisch:

Quelle: http://steifensand.com/wp-content/uploads/2012/01/maenner-frauen-unterschied.jpg

Es ist doch absolut wichtig zu wissen WAS und WER man ist. Nach Gender ginge es hier ja primär um das neutrale ICH. Man soll sich nicht über sein Geschlecht definieren (müssen).
Soweit so gut, jedoch wird dieses einfach durch die körperlichen Unterschiede schwierig.
Allein die unterschiedlichen Hormone führen zu völlig unetrschiedlichen Verhalten in vielen Dingen.
Psychisch unterscheiden sich Männer und Frauen kaum und das alleine, sollte doch Grund genug sein um als Beweis für die „Gleichberechtigung“ zu dienen.

Sollten wir also unseren Kindern nicht lieber viel mehr Toleranz beibringen, als sie mit dem geschlechtsneutralen Erziehungsmethoden völlig zu verwirren?
Wird eine Junge toleranter, weil er rosane Glitzer-Schuhe tragen darf?
Wird ein Mädchen glücklicher, weil sie mit Autos, statt mit Barbies spielt?
(Nur mal nebenbei: Ich habe meinem Sohn auch schon mal die Nägel lackiert, weil er dies gern wollte. Ich wählte die Farbe blau. Eines seiner ersten Spielzeuge war ein Auto (übrigens auch sein erstes Wort!). Meine Tochter bekam zum ersten Geburtstag eine Puppe, die sie erst ein Jahr später wirklich beachtete ;o)  . Sie trägt am liebsten rosa,pink und lila und seit neustem (ein stiller Dank an Disney) auch Eisprinzessinen-Blau ! Gepärgt durch Werbung und Serien, durch den eigenen Kleidungsstil der Eltern und deren Interessen sind die Kids einfach schon etwas vorbelastet und ja, ich finde es völlig normal und völlig ok!)

Wie wäre es denn mal mit mehr TOLERANZ, statt irgendwelchen ganz speziellen, neumodischen Erziehungsstilen?!
Einfach ein bisschen toleranter erziehen und ZACK würden mindestens eine handvoll Klischees und die damit verbundenen Vorurteile verwschinden.
Ich möchte das meine Kinder gar nicht erst darüber nachdenken, ob der Junge, der die rosanen Glitzer-Schuhe trägt, vielleicht homosexuell ist oder nicht.
Ich möchte das sie vorurteilsfrei einen neuen Menschen kennenlernen. Ob er sich etwas spaciger kleidet als andere, oder nicht, das soll meinen Kids egal sein. Das ändert doch schließlich nicht den Menschen als solches!
Sollten wir nicht mittlerweiler in einer absolut toleranten Welt leben?
Wo jeder so sein kann wie er es möchte?
In einer Zeit, in der Deutschland von einer Frau als Kanzlerin regiert wird, ein Afro-Amerikaner der Präsident der Vereinigten Staaten ist und in immer mehr Ländern die gleichgeschlechtliche Ehe erlaubt wird, sollten wir unsere Kinder doch mit stolz und einer gehörigen Portion an Toleranz erziehen.

Ich plädiere für eine gesunde Mitte von ALLEM.
Ein bisschen Gender, ein bisschen Toleranz und Akzeptanz, ein bisschen Autoritativer und vor Allem gaaaaaaaaaaaaanz viel Liebe und Zuneigung!

Lasst uns doch nicht immer nur ein extremes Erziehungsmuster wählen, denn das ist doch so gar nicht Gender, oder?

;o)

Alles Liebe, 
eure Sandy (<- geschlechtsneutraler Name!)

* aus Wikipedia schnell rauskopiert: 
Der Begriff Gender [ˈdʒɛndɐ] bezeichnet als Konzept die soziale, gesellschaftlich konstruierte oder psychologische Seite des Geschlechts einer Person im Unterschied zu ihrem biologischen Geschlecht (engl. sex). Der Begriff wurde aus dem Englischen übernommen, um auch im Deutschen eine Unterscheidung zwischen sozialem („gender“) und biologischem („sex“) Geschlecht treffen zu können, da das deutsche Wort Geschlecht in beiden Bedeutungen verwendet wird. Er dient vor allem als Terminus technicus in den Sozial- und Geisteswissenschaften.

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